Ablauf Medizinstudium und wichtige Studienfächer

Möchte man das Studium der Medizin betreiben, wird man wissenschaftlich und praktisch zum Arzt ausgebildet, damit man später in der Lage ist, Kranken zu helfen und ihre Beschwerden zu lindern und zu heilen. Das Medizinstudium vermittelt alle nötigen wissenschaftlichen Grundlagen und enthält auch einen sehr großen praktischen Teil, welcher zum späteren Beruf des Arztes ausbildet. Nach dem Medizinstudium muss sich der angehende Arzt noch einer Fachausbildung unterziehen, bei der er sich auf das jeweilige Fachgebiet der Medizin spezialisiert, in dem er später als Chirurg oder Mediziner tätig sein möchte.

Die Regelstudienzeit beträgt beim Medizinstudium 12 Semester und 3 Monate. Das Medizinstudium gliedert sich in zwei Abschnitte: erstens in den vorklinischen Teil, welcher das erste bis vierte Semester umfasst und zweitens in den klinischen Teil. Nach dem vorklinischen Teil muss das Physikum, die ärztliche Vorprüfung abgelegt werden. Im Anschluss an den klinischen Teil, wird ein praktisches Jahr im Krankenhaus absolviert und im Abschluss daran wird die Endprüfung abgelegt. Mit Bestehen der Prüfung kann die staatliche Zulassung (Approbation) beantragt werden.

Vorklinischer Teil

Im ersten Studiumsabschnitt werden die natur- und sozialwissenschaftlichen Grundlagen des Medizinstudiums vermittelt. Die Studenten lernen wie ein menschlicher Körper im Normalzustand funktioniert und aufgebaut ist. Zu den vermittelten Kenntnissen gehören Lehreinheiten in Physik, Chemie, Biologie, Physiologie und der Biochemie/Molekularbiologie. Auch Psychologie, Anatomie, Molekularbiologie gehören dazu ebenso wie die medizinische Terminologie und die Berufsfelderkundung. Weiterhin müssen auch ein Krankenpflegepraktikum und ein Kurs in Erster Hilfe absolviert werden.

Klinischer Teil

Im klinischen Teil kommt nun auch die Lehre von den Krankheiten und deren Heilung dazu. Zu den vermittelten Lehrinhalten gehören unter anderem Allgemeinmedizin, Anästhesiologie, Chirurgie, Geburtshilfe, Humangenetik und Innere Medizin. Auch Kinderheilkunde, Neurologie, Orthopädie und Psychosomatische Medizin fallen darunter. Weiterhin muss sich der Student auch in Ethik der Medizin, medizinsicher Informatik und der Medizin des Alters weiterbilden, um nur ein paar der zu erbringenden Leistungen in den Querschnittsbereichen zu nennen.

Famulatur

Neben diesen Lehrinhalten muss der Stundet der Medizin auch noch insgesamt vier Monate Famulatur betreiben, also in einer ärztlichen Praxis, in einer ambulanten Krankenversorgung und in einem Krankenhaus tätig sein, um sich mit der ärztlichen Patientenversorgung vertraut zu machen.

Praktisches Jahr

Im praktischen Jahr schließlich arbeitet der Medizinstudent je 16 Wochen in einem speziellen Teil des Krankenhauses: In der inneren Medizin, in der Chirurgie sowie in der Allgemeinmedizin oder einem anderen Bereich der klinisch-praktischen Fachgebiete. Im praktischen Jahr steht die Ausbildung am Patienten im Vordergrund und auch die Erweiterung und Vertiefung der im Medizinstudium erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten. Unter Anweisung des aufsichtführenden Arztes führen die Medizinstudenten ärztliche Verrichtungen durch und vertiefen so ihre medizinischen Fähigkeiten. Ist das praktische Jahr und anschließend das Medizinstudium abgeschlossen, stehen die Bemühungen um ein Stellenangebot im Gesundheitswesen an. So finden interessenten etwa Stellenangebote für Assistenzärzte auf speziellen Fachseiten wie medi-jobs.de.

Wichtige Studienfächer

Anatomie

Die Anatomie beschäftigt sich mit dem Aufbau des menschlichen Körpers. Es werden die Gestalt, Lage und Struktur von Körperteilen, Organen, Geweben oder Zellen gelehrt. Die pathologische Anatomie befasst sich mit krankhaft veränderten Körperteilen. In der Anatomie wird eine standardisierte Nomenklatur verwendet, die auf dem Lateinischen und Griechischen basiert.

Chirurgie

Die Chirurgie befasst sich mit der Behandlung von Krankheiten und Verletzungen durch direkte, manuelle oder instrumentelle Einwirkung auf den Körper des Patienten während einer Operation. In der Chirurgie gibt es verschiedene Unterbereiche wie beispielsweise die Unfallchirurgie, die Thoraxchirurgie, die Gefäßchirurgie oder die Neurochirurgie. Auch die minimalinvasive Chirurgie zählt hierunter, bei der der Chirurg mittels Lasern und Endoskopen die Ektomie (vollständige Organentfernung) oder Resektion (teilweise Entfernung) vornimmt. Auch die Implantation von Organen oder das Einsetzen von Prothesen übernimmt der Chirurg.

Innere Medizin

Bei der Inneren Medizin geht es um die Vorbeugung, Diagnostik, konservative und interventionelle Behandlung sowie Rehabilitation und Nachsorge von Gesundheitsstörungen und Krankheiten der Atmungsorgane, des Herzens und des Kreislaufs sowie der Verdauungsorgane und des Blutes und der blutbildenden Organe ebenso wie des Immunsystems und des Stoffwechsels.